Achtung, Hitze!

01.08.2008 | Gütersloh
Richtiges Verhalten schützt vor Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Problemen / Neuer „Reisebegleiter“ der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hilft Menschen im Notfall

Bei Sommer-Wetter mit dem Auto Richtung Süden – einfach nur Urlaub, Sonne, Strand genießen. Davon träumen viele Reiselustige. Es gibt jedoch Gefahren, auf die besonders Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen im Urlaub achten sollten. Denn der Sonnenschein hebt zwar die Stimmung, birgt aber auch gesundheitliche Risiken. Umso wichtiger ist es, das persönliche Verhalten den heißen Temperaturen anzupassen, rät die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

„Im Sommer kommt es bei älteren Menschen oft zu Herz-Rhythmus-Störungen, die zu Schlaganfällen führen können. Vor allem Menschen über 60 Jahre bekommen dann Herzrasen, Luftnot, fühlen einen unregelmäßigen Herzschlag und sind plötzlich deutlich weniger leistungsfähig“, sagt Dr. med. Christian Dohmen, Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Gerade Senioren sollten bei großer Wärme immer Getränke in Reichweite stehen haben und abends überprüfen, ob sie tatsächlich eine entsprechende Menge getrunken haben – mindestens 2 Liter Flüssigkeit (außer Kaffee, schwarzem Tee, und Alkohol). Wird regelmäßig viel Mineralwasser getrunken, sollten Patienten mit Bluthochdruck darauf achten, ein natriumarmes Wasser zu wählen.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilft, Gefäßerkrankungen wie dem Schlaganfall vorzubeugen. In der Sommerhitze sollten fettarmes Essen, Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Seefisch und nur eingeschränkt tierische Fette auf dem Speiseplan stehen. Wichtig ist außerdem, genügend Vitamin C, E und K sowie das Provitamin A über Obst und Gemüse, Joghurt, Nüsse und Olivenöl aufzunehmen.

Auch Sport und Bewegung haben positiven Einfluss auf erhöhte Blutdruck- und Blutfettwerte und senken das Schlaganfall-Risiko. „Jedoch sind die sportlichen Aktivitäten den sommerlichen Temperaturen anzupassen und körperliche Höchstleistungen zu vermeiden“, so Dohmen. Spaziergänge auf schattigen Waldplätzen, leichtes Wassertreten oder Radtouren in der kühlen Morgen- und Abendluft erfüllen ebenfalls ihren Zweck. Die Mittagszeit sollte für Ruhephasen genutzt werden.

Weitere Reisetipps: Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck sollten vor der Reise den Hausarzt aufsuchen. Auf Reisen sollten notwendige Medikamente im Handgepäck verstaut werden, falls plötzliche Beschwerden wie Bluthochdruck auftreten. Am Urlaubsort ist eine kühle und trockene Lagerung der Medikamente zu empfehlen.

Ratsam ist auch, die wichtigsten europäischen Notrufnummern in einer Reisebrieftasche mitzuführen, damit bei plötzlichem Auftreten der Schlaganfall-Symptome wie Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen sofort der Notruf abgesetzt werden kann.

Damit Menschen mit Herz-Kreislauf-Risiken für den Notfall gerüstet sind, hat die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe einen „persönlichen Reisebegleiter“ entwickelt. Das Dokument im Scheckkartenformat erfasst sowohl persönliche Daten, Informationen wie Blutgruppe, notwendige Medikamente als auch wichtige Notrufnummern. Somit kann Schlaganfall-Betroffenen auch im Urlaub schnell und ohne großen Zeitverlust geholfen werden.

Quelle: Pressemeldung Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

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