Immer mehr dubiose Nashorn-Wildfänge für deutsche Zoos
Zoos verheimlichen tatsächliche Herkunft der Nashörner / Bundesamt für Naturschutz kommt Kontrollfunktion nicht nach
Auch der geplante Import von drei weiteren Nashorn-Wildfängen aus Afrika für den Zoo Schwerin und Dortmund steht jetzt in der scharfen Kritik der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. Die Tierrechtler sprechen, nach dem Import zweier Nashörner für den Zoo Augsburg, mittlerweile von einem „Skandal größeren Ausmaßes“ und fordern die Zooverantwortlichen erneut auf, endlich die tatsächliche Herkunft der Nashörner zu nennen.
„Augsburg ist ein gutes Beispiel: Erst hieß es von Seitens des Augsburger Zoos in der Presse, die Nashörner stammten aus dem „Mafunyane“ Reservat. Nachdem wir jedoch öffentlich machten, dass es sich nur um die Quarantänestation des berüchtigten Tierhändlers Pretorius handelt, gab es eine weitere fragwürdige Herkunftsangabe der Zoodirektorin gegenüber der Presse“, so Frank Albrecht, Zooexperte von PETA Deutschland e.V. „Obwohl die Zoos sich weigern, die tatsächliche Herkunft zu nennen, behaupten sie weiterhin, die Importe seien legal und die Nashörner seien in Gefangenschaft geboren. Das ist völlig absurd.“
Nach aktuellen Recherchen der Tierrechtsorganisation habe der berüchtigte Tierhändler Pretorius die Nashörner über Auktionen aus Reservaten in Südafrika eingekauft und auf seiner Quarantänestation „Mafunyane“ bis zum Weiterverkauf in aller Welt zwischengelagert. Warum diese eindeutigen Wildfänge in seinem Besitz plötzlich den Status „in Gefangenschaft geboren“ erhalten, hält PETA-Deutschland e.V. für möglichen internationalen Artenschutzskandal. Das Vorgehen des Bundesamtes für Naturschutz wird von der Organisation ebenfalls kritisiert.
„Das Bundesamt für Naturschutz hat mir gegenüber auch nur die Adresse der Quarantänestation des Tierhändlers in „Mafunyane“ als Herkunft genannt. Ich frage mich, wie man als Kontrollbehörde eine Einfuhr genehmigen kann, wenn die tatsächliche Herkunft der Nashörner offensichtlich gar nicht bekannt ist?“ so Frank Albrecht abschließend. „Hat das Bundesamt kein wirkliches Interesse daran dies zu prüfen? Was ist das für ein Artenschutz, wo Kontrollorgane scheinbar versagen oder mehr als fragwürdige Genehmigungen erteilen?“
Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.
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