UNESCO testet Tsunami-Frühwarnsystem
Es wird geprüft, ob im Ernstfall alle Anrainerstaaten auf einen Tsunami im Indischen Ozean schnell reagieren können und wie lange Nachrichten brauchen, um die Menschen in der Region zu erreichen.
Der Tsunami im Südpazifik, bei dem Ende September mehr als 150 Menschen ums Leben kamen, hat erneut gezeigt, dass Frühwarnsysteme für solche Naturgefahren unerlässlich sind. Tsunamis betreffen immer ganze Meere, die jeweiligen nationalen Systeme müssen deshalb abgestimmt und optimiert werden. Die Vorwarnzeit beträgt je nach Entfernung zum Erdbebenherd wenige Minuten bis einige Stunden.
Das Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean wird seit 2005 aufgebaut. Sensoren messen Erschütterungen der Erde, Pegel erkennen Veränderungen des Meeresspiegels, Bojen und Satelliten liefern zusätzliche Daten. Derzeit laufen Informationen noch behelfsweise über Tokio und Hawaii zusammen, seit kurzem erst gibt es "Regional Tsunami Watch Providers" auch in Australien, Indonesien und Indien. Sie nehmen ebenfalls an der Übung am 14. Oktober teil, werten Daten aus und überprüfen ihre Informationskanäle.
Die Bundesregierung hat den Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean mit 45 Millionen Euro gefördert. Das deutsch-indonesische Frühwarnsystem (GITEWS) überwacht die geologisch kritischste Zone des Indischen Ozeans, den Sunda-Bogen vor der Küste Indonesiens. Es wurde federführend vom Geoforschungszentrum Potsdam errichtet und ist Teil des regionalen Frühwarnsystems im Indischen Ozean.
Mehr als 200.000 Menschen starben im Dezember 2004 durch einen Tsunami im Indischen Ozean. Damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholt, werden im Mittelmeer, in der Karibik, am Indischen Ozean und im Pazifik Frühwarnsysteme auf- oder ausgebaut. Für alle Meere koordiniert die Zwischenstaatliche Ozeanographische Kommission der UNESCO die unterschiedliche nationalen Anstrengungen.
Quelle: Pressemeldung Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
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