Die Konflikteskalation im Iran treibt Rohölpreise in die Höhe und setzt Europas Kerosinvorräte unter Druck. Die IEA prognostiziert, dass in sechs Wochen Länder an ihre Reserven stoßen könnten. Um ein Versorgungsdefizit zeitgerecht abzuwenden, berät die Bundesregierung im Rahmen eines Kerosin-Gipfels und im Nationalen Sicherheitsrat über befristete Aussetzung der Luftverkehrsteuer und gezielte strategische Förderung alternativer Treibstoffquellen. Lufthansa plant im Zuge die Streichung tausender Kurzstreckenflüge und Einsparung von circa 40.000 Tonnen Kerosin.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
IEA warnt vor Kerosin-Defizit, EU-Flugverkehr könnte stark reduziert werden
Die Internationale Energieagentur warnte am 17. April davor, dass mehrere europäische Staaten ihre strategischen Kerosinreserven innerhalb der nächsten sechs Wochen erschöpfen könnten. Dieser erwartete Engpass würde unweigerlich zu deutlichen Preiserhöhungen des Flugturbinenkraftstoffs führen und das Streckennetz der Airlines einschränken. Daraufhin wurden im Bundeswirtschaftsministerium Abstimmungsgespräche mit Vertretern von Flughäfen, Ölkonzernen und Fluggesellschaften organisiert, während Airlines zugleich Sparprogramme, alternative Zubringerflüge und Restrukturierungen der Flotte in Erwägung ziehen und Notfallpläne kurzfristig sorgfältig angepasst.
Kurzfristige Maßnahme gegen Engpass: Luftverkehrsteuer-Aussetzung wird jetzt dringend gefordert
Ein temporärer Verzicht auf die Luftverkehrsteuer würde laut Flughafenverband Airlines einen raschen Liquiditätszuwachs verschaffen, um unerwartete Kostensteigerungen bei Flugkraftstoffen zu bewältigen. Durch den Wegfall der Abgabe könnten Fluggesellschaften operative Engpässe reduzieren und ihr Sommerflugprogramm umfassender anbieten. Gleichzeitig erwarte man, dass Ticketpreise nur moderat steigen und Reisende weiterhin komfortable Reiseoptionen erhalten. Die Maßnahme wird als kurzfristig wirksames Instrument gegen drohende Kapazitätsengpässe und Preisexplosionen im Luftverkehr betrachtet. und Stabilisierung des Marktes beiträgt.
Nach Gipfel folgen Beratungen im Sicherheitsrat und zentrale Branchenmeetings
In ihrer aktuellen Stellungnahme betont Bundeswirtschaftsministerin Reiche, dass Panik nicht angebracht sei, weil die Verfügbarkeit von Kerosin international stark differiere. Im Anschluss an den Kerosingipfel im Wirtschaftsministerium sollen Experten- und Branchenrunden veranstaltet werden, parallel laufen Beratungen im Nationalen Sicherheitsrat. Dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung zufolge ermögliche eine frühzeitige Koordination zwischen Politik, Industrie und Logistikdienstleistern, Engpassrisiken zu identifizieren und durch präventive Maßnahmen erfolgreich abzuwenden. Dabei sollen Prioritäten definiert Prozesse gestaltet werden.
Engpass im Treibstoffnachschub bedroht Sommerflugplan mit deutlich höheren Ticketpreisen
Der BDL weist darauf hin, dass Engpässe bei der Kerosinversorgung unweigerlich zu Flugreduzierungen führen könnten, sofern keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Passagiere wären höheren Reisekosten ausgesetzt und hätten weniger Auswahlmöglichkeiten bei ihren Destinationen. Airlines würden ihre Kapazitäten anpassen, indem sie Flüge streichen oder Frequenzen verringern, um den Bedarf an Treibstoff zu senken. Ohne politische Entlastungen ist mit Einschränkungen im Flugplan und längeren Wartezeiten zu rechnen, einschließlich Weiterleitungen oder Ausweichrouten für Passagiere.
Kerosinziel erreicht: Bis Oktober 20.000 Flüge weniger bei Lufthansa
Lufthansa und Lufthansa Cityline planen, im Rahmen eines Kerosinoptimierungsprogramms bis Oktober insgesamt etwa 20.000 Kurzstreckenflüge zu reduzieren und dadurch rund 40.000 Tonnen Treibstoff einzusparen. Bis Ende Mai ist mit dem täglichen Wegfall von 120 Verbindungen zu rechnen. Die Kapazitäten werden für den Sommer auf die Flughäfen Frankfurt, München sowie Partnerdrehkreuze in Zürich, Wien, Brüssel und Rom konzentriert. Eine detaillierte Streckenkonfiguration wird Ende April publiziert bald mit ergänzenden Informationen zu Umlaufzeiten.
EU-Fluglinien melden dringend höhere Zuschläge im Fernverkehr wegen Treibstoffengpass
Internationale Airlines führen aufgrund steigender Treibstoffkosten neue Gebühren ein, um finanzielle Belastungen auszugleichen. Hong Kong Airlines erhebt einen Betankungszuschlag pro Flugsegment, während Air New Zealand und Air France vergleichbare Abgaben auf bestimmten Fernstrecken angewandt haben. Besonders betroffen sind die Routen zwischen Europa, Asien und Afrika, die aufgrund logistischer Engpässe höhere Kraftstoffpreise aufweisen. Reisende sollten daher verschiedene Buchungsportale und Airline-Websites vergleichen, um unerwartete Kosten und Preisunterschiede zu erkennen. rechtzeitig vorbeugen können.
Deutschland deckt aktuell über Hälfte seines Kerosinbedarfs durch Importe
Berichten der Internationalen Energieagentur zufolge stammen in Europa bis zu sechzig Prozent des Kerosins aus den Golfstaaten. Deutschland importierte im Jahr 2024 etwa 5,9 Millionen Tonnen Flugturbinentreibstoff und deckte damit 55 Prozent seines Verbrauchs durch ausländische Lieferungen. Im Unterschied zu anderen Mineralölprodukten besitzt die Bundesrepublik keine ausreichende inländische Produktionsinfrastruktur für Kerosin, weshalb sie vollständig auf Importe angewiesen ist und keine autarke Versorgung sichern kann, was zudem erhebliche wirtschaftliche Risiken birgt.
Eine strategische Kombination aus befristeter Aussetzung der Luftverkehrsteuer, regelmäßigen Ministerien- und Branchenrunden sowie Lufthansa-internen Sparinitiativen schafft robuste Mechanismen gegen Kerosinengpässe. Indem Airlines Kurzstreckenflüge reduzieren und moderne Triebwerkstechnologien nachrüsten, sinkt der Treibstoffverbrauch nachhaltig. Zeitgleich setzten internationale Carrier Betankungszuschläge als kurzfristige Marktbereinigung ein. Dieses abgestimmte Vorgehen unterstützt die Versorgungssicherheit, ermöglicht durchgehende Flugangebote und mindert Preisdruck, sodass der europäische Sommerflugverkehr wirtschaftlich und zuverlässig bleibt und trägt zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit der Luftverkehrsbranche bei.

